Beton 3D Druck
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Beton 3D-Druck – Wenn der Roboter die Schalung übernimmt

Ressourcenschonung, Materialeffizienz, Digitalisierung – drei Schlagworte, die im Forschungsprojekt C3PO der Hochschule Campus Wien in die Praxis übersetzt. Die Ergebnisse wurden beim Baukongress im April 2026 in Wien vorgestellt.

Seit 2022 erforscht das Team rund um Markus Vill und Elisabeth Radl am Forschungszentrum Bauen und Gestalten, wie Betonbauteile mithilfe eines Industrieroboters direkt aus dem 3D-Drucker gefertigt werden können – ganz ohne klassische Schalung. Die Anlage, gefördert von der Stadt Wien (MA23), umfasst einen Roboter, der auf einer sieben Meter langen Schiene verfährt und so Bauteile bis zu einem Meter Breite und Höhe produzieren kann. Ziel sind Fertigteile für den Hoch- und Industriebau, die weniger Material verbrauchen und trotzdem alle statischen Anforderungen erfüllen.

Von der Mörtelrezeptur zur optimierten Form

Ein Schwerpunkt des Projekts C3PO war die Entwicklung einer eigenen Druckmörtelrezeptur mit klinkerarmen Zementen (CEM II/C-M), die eine deutlich bessere CO₂-Bilanz aufweisen als marktübliche Produkte. Auf dieser Basis entstanden sogenannte topologieoptimierte Querschnitte: Bauteile, die gezielt nur dort Material haben, wo sie es statisch brauchen – und überall sonst mit minimalem Betonanteil auskommen. Das Ergebnis sind Fertigteile, die leichter und ressourcenschonender sind als konventionelle Bauteile.

Vom digitalen Modell direkt zur Produktion

Ein weiterer Kern des Projekts ist die durchgehend digitale Prozesskette. Das Team nutzt BIM-Daten – digitale 3D-Gebäudemodelle, die neben der Geometrie alle relevanten Informationen zu Materialien und Bauteileigenschaften enthalten. Diese Daten werden direkt in Steuerbefehle für den Roboter übersetzt. So lassen sich auch komplexe Formen effizient produzieren, die mit konventioneller Schalungstechnik wirtschaftlich nicht herstellbar wären – Planung und Fertigung wachsen nahtlos zusammen.

Was die Versuche gezeigt haben

Die hergestellten Bauteile – darunter segmentförmige, vorgespannte Querschnitte und Fachwerkkonstruktionen – wurden auf ihr Trag- und Verformungsverhalten geprüft. Die Ergebnisse sind vielversprechend: 3D-gedruckte Betonbauteile sind robust, vielseitig einsetzbar und halten sowohl Druck- als auch Biegebelastungen stand. Damit eignen sie sich für ein breites Anwendungsspektrum in der Fertigteilindustrie.

Wie geht es weiter?

Im Nachfolgeprojekt C3PRO – gestartet im Herbst 2025 gemeinsam mit der Österreichischen Bautechnik Vereinigung, der TU Wien und 27 Bauindustriepartnern – steht die Integration von Bewehrungselementen im Mittelpunkt. Ziel ist es, normgerechte und nachhaltige Bauweisen zu entwickeln, die den Weg in die industrielle Praxis ebnen.

Betonbau und Digitalisierung wachsen damit enger zusammen als je zuvor – und C3PO zeigt, dass der Weg dahin bereits begonnen hat.